Offenlegung bei kleine Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften sind dazu verpflichtet ihre Jahresabschlüsse im (elektronischen) Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Diese Pflicht bestand schon immer, doch seit der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse für das Jahr 2006 muss dies im elektronischen Bundesanzeiger geschehen.

Bußgelder drohen

Und eine Nichtveröffentlichung wird nun auch mit Bußgeldern bestraft. Für die Jahre davor passierte meist nichts, wenn die Veröffentlichung unterblieb. Denn eine Bestrafung der Nichtveröffentlichung erfolgte nur auf Antrag, also meistens durch „Anschwärzen“ eines Konkurrenten. Viele Geschäftsführer wollten und wollen die Veröffentlichung vermeiden, um eben der Konkurrenz nicht zu viel Einblick in ihre Geschäfte zu geben. Dabei ist ein Einblick bei kleinen Kapitalgesellschaften nicht so einfach. Veröffentlicht werden müssen eine zusammengefasste Bilanz und ein verkürzter Anhang. Die Gewinn- und Verlustrechnung und ein Lagebericht sind nicht zu veröffentlichen. Weitere Erleichterungen wurden am 21. Februar 2012 vom Rat der Wirtschafts- und Finanzminister in Brüssel beschlossen. Fixiert wurde das Ganze in der Micro-Richtlinie. Danach dürfen Kleinst-Unternehmen auf die Offenlegung verzichten und müssen auch keinen Anhang mehr erstellen. Als Kleinst-Unternehmen werden Unternehmen angesehen, die eine Bilanzsumme von max. 350.000 Euro, einen Jahresumsatz von max. 700.000 Euro und eine Mitarbeiterzahl von max. 10 Mitarbeitern haben. Bleibt nur noch die Umsetzung von Deutschland abzuwarten.
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