Geschäftsaufgabe bzw. Betriebsaufgabe

Insolvenz Die Geschäftsaufgabe bzw. Insolvenz (c) Fotolia - Markus Bormann
Wird ein Betrieb eingestellt bzw. aufgegeben, werden die Wirtschaftsgüter des bisherigen Betriebs entweder veräußert oder in das Privatvermögen des aufgebenden Gewerbetreibenden übernommen. Damit wird der Betrieb aufgelöst. Das Ertragssteuerrecht unterscheidet zwar zwischen Betriebsaufgabe und Betriebsveräußerung, doch werden diese zwei Varianten weitestgehend gleich behandelt. Die Einkünfte aus der Betriebsaufgabe bzw. Betriebsveräußerung gehören zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Sie unterliegen allerdings bei natürlichen Personen und Personengesellschaften nicht der Gewerbesteuer. Grundsätzlich ist die Betriebsaufgabe steuerbegünstigt. Dies gilt allerdings nicht, wenn der Betrieb nur unterbrochen oder verpachtet wird. Auch nicht bei allmählicher Betriebsabwicklung oder unentgeltlicher Betriebsübertragung. Ein Teilbetrieb kann allerdings steuerbegünstigt aufgegeben werden.

Steuerbegünstigung

Wichtig für die Steuerbegünstigung ist, dass der Gewerbetreibenden einen sog. einheitlichen Aufgabebeschluss gefasst hat. Dh. er beschließt die Aufgabe des Betriebs und führt diese auch in einem einheitlichen Vorgang durch. Er verkauft also die wesentlichen Betriebsgrundlagen oder überführt sie ins Privatvermögen. Die Betriebsaufgabe beginnt mit dem Tätig werden des Gewerbetreibenden, nicht mit seinem Entschluss. Der Gewinn aus der Betriebsaufgabe wird durch Betriebsvermögensvergleich ermittelt. Es werden also die Veräußerungspreise der einzelnen Wirtschaftsgüter sowie die Entnahmewerte den Buchwerten etc. gegenüber gestellt. Daraus ergibt sich ein Aufgabegewinn. Zunächst ist zu prüfen, ob dem ehemaligen Gewerbetreibenden ein Freibetrag zusteht. Dies ist der Fall, wenn er das 55. Lebensjahr erreicht hat oder dauernd berufsunfähig ist. Der Freibetrag ist kein fester Betrag, sondern muss ermittelt werden. Er wird nur einmal im Leben gewährt. Außerdem kommt ein ermäßigter Steuersatz in Betracht. Bei Fragen zur Berechnung des Freibetrags und des ermäßigten Steuersatzes wenden Sie sich an das Team von steuerberaten.de

Betriebsverpachtung

Verpachtet der Gewerbetreibende seinen Betrieb inklusive aller wesentlichen Betriebsgrundlagen, hat er ein Wahlrecht. Er kann dem Finanzamt dann die Betriebsaufgabe erklären. Dann gehen die Wirtschaftsgüter des verpachteten Betriebs in das Privatvermögen des Gewerbetreibenden über und der Aufgabegewinn ist zu ermitteln. Danach erzielt der ehemalige Gewerbetreibende Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, die nicht gewerbesteuerpflichtig sind. Wird die Betriebsaufgabe vom Gewerbetreibenden nicht erklärt, erzielt er aus der Verpachtung des Betriebs weiterhin Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Aktuelle Artikel zum Thema Geschäftsaufgabe

  1. Keine nicht steuerbare Geschäftsveräußerung bei Übertragung eines zu bebauenden Grundstücks
    Nur die Veräußerung eines bebauten Grundstücks führt nicht zur nicht steuerbaren Geschäftsaufgabe. Umsatzsteuer

Diskussionen zu Thema Geschäftsaufgabe

  1. Forum Gewinneinkunftsarten, Thema: Aufgabegewinn bei Todesfall
    Geschäftsaufgabe wegen Todesfall / Aufgabegewinn Kann ich bei der Berechnung des Aufgabegewinns , den Imobilienwert aus dem Erbschein berechnet vom Amtsgericht verwenden, oder muss ich ...
  2. Forum Umsatzsteuer, Thema: Re: Unternehmenauflüsung- Warenübertragung - Kleinunternehmerregelung?
    Re: Unternehmenauflüsung Warenübertragung Kleinunternehmerregelung? Hinsichtlich der bei der GbR: ja. Die GbR ist als eigenständiger Unternehmer nach dem gesetz anzusehen. Sofern Sie die Kriterien erfüllt ...
  3. Forum Andere Steuerarten, Thema: Geschäftsverkauf EÜR vs Aufgabebilanz
    Hallo Zusammen, ich habe ein riesen Problem! Ich habe im August 2012 meinen An. und Verkauf aufgegeben und zum "symbolischen" Verkaufspreis von einem EUR übergeben. Seit dem ...




Zur Startseite des Steuer-Ratgebers