Gewinnermittlung und Umsatzsteuer

Das Umsatzsteuergesetz kennt die sog. Sollversteuerung und die sog. Istversteuerung. Die Sollversteuerung ist die Regelversteuerung. Es bedeutet, dass die Umsätze versteuert werden, wenn die Leistung erbracht wurde. Das ist meistens mit Rechnungsstellung. Die Istversteuerung kann beantragt werden. Danach werden die Umsätze nur dann versteuert, wenn die Einnahmen tatsächlich gezahlt werden. Die Leistungserbringung oder Rechnungsstellung ist dafür unbeachtlich. Damit muss der Unternehmer nicht vorfinanzieren, denn er muss die Umsatzsteuer erst an das Finanzamt leisten, wenn er den Umsatz auch bereits tatsächlich eingenommen hat.

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Istversteuerung für wen?

Grundsätzlich kann jeder Unternehmer die Istversteuerung beantragen. Allerdings muss der Unternehmer Voraussetzungen erfüllen, um in den Genuss der Istversteuerung zu gelangen. Entweder darf der Unternehmer nur einen Vorjahresumsatz von bis zu 250.000 Euro haben oder er darf nicht buchführungspflichtig sein oder er muss ein Freiberufler sein. Unternehmer, die ihren Gewinn nach der sog. Einnahmen-Überschuss-Methode ermitteln (43-Rechnung), erfüllen also die Voraussetzungen. Freiberufler auch. Allerdings gilt diese Möglichkeit nicht für Freiberufler, die eine GmbH betreiben. Die GmbH muss stets nach der Sollversteuerung versteuern.

Antrag?

Wichtig ist, dass die Istversteuerung nur auf Antrag angewendet werden kann. Im Fragebogen zu steuerlichen Erfassung, der vom Finanzamt bei Beginn einer Unternehmereigenschaft versendet wird, ist dieser Antrag aber auch möglich.

Vorsteuer?

Regelmäßig erfolgt nicht nur die Umsatzversteuerung bei Geldeingang, sondern auch der Abzug der Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen als Vorsteuer bei Zahlung. Dies ist jedoch falsch. Denn die Vorsteuer ist grundsätzlich abziehbar, wenn die Rechnung vorliegt. Das ist unabhängig davon, ob nach vereinbarten Entgelten (Sollversteuerung) oder nach vereinnahmten Entgelten (Istversteuerung) abgerechnet wird.

Gerade aus Praktikabilität wird dies aber häufig anders gehandhabt. Bucht zB. ein Freiberufler seine Einnahmen-Überschussrechnung laufend und erstellt hieraus die Umsatzsteuervoranmeldungen ist es gar nicht so einfach die Vorsteuer bei Rechnungseingang zu ziehen. Denn die Eingangsrechnungen werden ja erst verbucht, wenn sie gezahlt werden. Und ertragsteuerlich ist das so auch korrekt.


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