Zinsabschlagsteuer als Teil der Einkommensteuer

Zinsabschlagsteuer Die Zinsabschlagsteuer (c) Fotolia - Fineas
Bei der Zinsabschlagsteuer handelte es sich um eine Steuervariante innerhalb des Einkommensteuergesetzes. Dabei wurde die Bezeichnung Zinsabschlagsteuer vor allem im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet. Im Gesetzestext sowie in amtlichen Dokumenten fand ausschließlich der Begriff Kapitalertragsteuer Verwendung. Im Zuge der Reformierung des Unternehmensteuergesetzes im Jahr 2008 wurde auch die Kapitalertragsteuer umfassend angepasst. Es fand eine Umstrukturierung im Sinne einer Abgeltungsteuer statt, insbesondere in Bezug auf die direkte Einbehaltung und Weitergabe der Steuereinnahmen durch die Banken. Vor der Ausgestaltung als Abgeltungssteuer galten in Bezug auf die Zinsabschlagsteuer die folgenden Bestimmungen.

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Quellensteuer bei Kapitalanlagen

Die Zinsabschlagsteuer wurde als Quellensteuer bei definierten Einkünften aus Kapitalanlagen fällig. Als Maßgebend für das Veranlagungsverfahren galt der individuelle Grenzsteuersatz des Zinsempfängers. Nach § 45a des Einkommensteuergesetzes war es daraufhin möglich, die gezahlte Zinsabschlagsteuer als Vorauszahlung gutgeschrieben zu bekommen. Dies geschah sobald eine entsprechende Steuerbescheinigung vorgelegt werden konnte.

Freibeträge

Auch im Falle der Zinsabschlagsteuer hatte der Gesetzgeber Freibeträge eingerichtet. Sie umfassten Zinseinkünfte, die definierte Beträge von 801 Euro bei Unverheirateten und 1602 Euro bei Ehepaaren nicht überschritten. Bis zu diesen Beträgen waren Zinseinkünfte steuerfrei, vorausgesetzt der Anleger beziehungsweise die Ehepartner hatten einen Freistellungsantrag beim verantwortlichen Kreditinstitut eingereicht. Der gewährte Freibetrag konnte auf mehrere Kreditinstitute und Konten aufgeteilt werden, jedoch war das Überschreiten der Höchstsumme nicht zulässig. Konnte eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt werden, entfiel ebenfalls die Zinsabschlagsteuer. Dieselben Regelungen gelten seit 2009 auch im Zuge der Abgeltungsteuer. Die Sparerfreibeträge wurden jedoch zu Gunsten von Sparerpauschbeträgen abgeändert. Auf die Höhe der genannten Freibeträge hatte dies keinen Einfluss.

Gesetzesreform von 2009

Seit der Gesetzesreform von 2009 unterliegen Erträge aus Dividenden nach §43 ff. des Einkommensteuergesetzes einem Steuersatz von 20%. Für Gewinne aus stillen Beteiligungen fallen in Deutschland Steuern in Höhe von 25% an. Zinsen, die aus Kapitalanlagen resultieren, unterliegen einem derzeitigen Steuersatz von 30%. Die höchste Steuerabgabe entfällt momentan auf Tafelgeschäfte, die mit 35% besteuert werden. Zuzüglich wird bei allen drei Varianten noch der Solidaritätszuschlag von 5,5% erhoben. Der Gesamtbetrag aus diesen Prozentstaffelungen wird als sogenannter Zinsabschlag an das zuständige Finanzamt abgeführt.


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