Gemeinsame Veranlagung - Eheleute dürfen wählen

Gemeinsame Veranlagung Gemeinsame Veranlagung bei Ehegatten (c) Fotolia - Fineas
Zusammen lebende Ehegatten haben gewöhnlich die Wahl: Sie können bestimmen, ob sie bei der Abgabe ihrer Steuererklärung eine getrennte oder gemeinsame Veranlagung bevorzugen. Eine gemeinsame Veranlagung ist allerdings nur möglich, wenn beide das wollen.

Was die gemeinsame Veranlagung auszeichnet

Im Falle der gemeinsamen Veranlagung werden die jeweiligen Einkünfte der Ehegatten getrennt ermittelt. Diese werden in einem zweiten Schritt zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte zusammengerechnet- wobei alle Freibeträge und Pauschalen in der Regel verdoppelt werden. Auf das nach Abzug von Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen sowie haushaltsnahen Dienstleistungen verbleibende zu versteuernde Einkommen wird dann der günstige Splittingtarif angewendet.

Für wen eine gemeinsame Veranlagung interessant ist

Davon profitieren am meisten Eheleute, bei denen nur einer durch sein Einkommen den Lebensunterhalt bestreitet beziehungsweise große Unterschiede beim Einkommen bestehen. Denn das zu versteuernde Einkommen wird jeweils zur Hälfte auf beide Eheleute aufgeteilt. Sie erhalten dann vom Fiskus einen gemeinsamen Steuerbescheid. Jeder kann auf Wunsch auch seinen eigenen Steuerbescheid vom Finanzamt haben.

Nichteheliche Paare

Wer mit seinem Partner lediglich in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ohne Trauschein zusammenlebt, ist von einer gemeinsamen Veranlagung – und somit vom Splittingverfahren - ausgeschlossen.

Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft

Auch homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft zusammen leben, sind nach der momentanen Rechtslage von einer gemeinsamen Veranlagung – und somit vom Splittingverfahren - ausgeschlossen. Ob diese gesetzliche Regelung vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hat, wird sich zeigen.

Warum das Splittingverfahren umstritten ist

Das Splittingverfahren ist übrigens politisch sehr umstritten. Das kommt daher, weil dabei am besten Ehepaare wegkommen, die keine Kinder haben und die üblicherweise die gängigen Rollenklischees erfüllen. Wer hingegen viele Kinder hat - oder sogar andere Formen des Zusammenlebens vorsieht – hat das Nachsehen. Das Gleiche gilt für Ehepaare, die beide nur ein kleines Einkommen haben.

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