Geringwertiges Wirtschaftsgut

Geringwertiges Wirtschaftsgut Geringwertiges Wirtschaftsgut (c) Fotolia - pressmaster
Es handelt sich dabei nicht um Wirtschaftsgüter die von ihrer Beschaffenheit oder Qualität geringwertig sind, sondern hier geht es lediglich um den Preis. Denkbar sind dabei jegliche Art von beweglichen Wirtschaftsgütern, Laptop oder Staubsauger, aber nicht Lizenzen, als immaterielles Wirtschaftsgut. Das Einkommensteuerrecht hat die geringwertigen Wirtschaftsgüter geschaffen. Es ist lediglich eine Bewertungsfreiheit. Denn grundsätzlich ist jedes Wirtschaftsgut im Betriebsvermögen, das dem Betrieb längere Zeit dienen soll, also sog. Anlagevermögen, auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Dies heißt bei Laptops z. B. auf drei Jahre. Das Einkommensteuerrecht sieht aber vor, dass der Unternehmer seinen Laptop als geringwertiges Wirtschaftsgut auch im ersten Jahr voll abschreiben darf. Das produziert dann gleich im ersten Jahr höhere Betriebsausgaben, als wenn drei Jahre lang nur jeweils 1/3 abgeschrieben werden kann. Es liegt da somit in der Hand des Unternehmers.

Wo liegen die Grenzen?

SteuerberaterUrsprünglich waren es Mal 800 DM. Bei der Umstellung auf den Euro wurde daraus 410 Euro. Netto wohlgemerkt, also ohne Umsatzsteuer. Das gilt auch für Unternehmer, die die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen dürfen. Die 410 Euro sind bis heute geblieben. Kostet ein selbstständig nutzbares Wirtschaftsgut zwischen 60 und 410 Euro, handelt es sich um ein sog. Geringwertiges Wirtschaftsgut. Wirtschaftsgüter unter 60 Euro können sofort als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Selbstständig nutzbar

Wie bereits angedeutet müssen die geringwertigen Wirtschaftsgüter selbstständig nutzbar sein. Das heißt das jeweilige Wirtschaftsgut darf nicht nur im Zusammenhang mit anderen Wirtschaftsgütern nutzbar sein. Eine Festplatte, die in einen Computer eingebaut wird, ist daher kein selbstständig nutzbares Wirtschaftsgut.

Die Sache mit der Poolabschreibung

Für das Jahr 2008 und 2009 gab eine Neuerung. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden noch ein Mal unterteilt. In Wirtschaftsgüter von 60 bis 150 Euro, für die die og. Grundsätze gelten. Und in Wirtschaftsgüter von 150 bis 1.000 Euro. Dabei handelt es sich um die Wirtschaftsgüter die in die sog. Poolabschreibung fallen. Diese Wirtschaftsgüter müssen zwangsläufig auf fünf Jahre abgeschrieben werden. Also auch, wenn die betriebliche Nutzungsdauer wie z. B. für einen Laptop nur bei drei Jahren liegt. Dabei werden sämtliche Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1.000 Euro in einem sog. Sammelpool zusammen gefasst. Seit 2010 hat der Unternehmer eine weitere Wahlmöglichkeit. Er kann bei der Regelung der Jahre 2008 und 2009 bleiben und seine geringwertigen Wirtschaftsgüter weiter aufteilen oder kann zu der alten Regelung zurück kehren. Dann gibt es wieder nur eine Art von geringwertigen Wirtschaftsgütern, die zwischen 60 und 410 Euro.

Besonderes Verzeichnis

Für die geringwertigen Wirtschaftsgüter vor 2008 bzw. ab 2010 bis 410 Euro sind in einem besonderen laufend zu führen Verzeichnis festzuhalten. Allerdings ergeben sich die notwendigen Angaben bereits schon aus der Buchführung. Festzuhalten ist der Tag der Anschaffung, Herstellung, Einlage oder Betriebseröffnung sowie die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. Einlagewerte.

Ausnahmen

Zwar ist Software ein immaterielles Wirtschaftsgut, aber sog. Trivialprogramme mit Anschaffungskosten zwischen 60 und 410 Euro können wie Geringwertige Wirtschaftsgüter behandelt werden. Drucker, Bildschirme usw. sind ausdrücklich keine Geringwertigen Wirtschaftsgüter, da diese nicht selbstständig nutzbar sind. Sollten Sie weiter Fragen haben, so helfen Ihnen die Experten von steuerberaten.de gerne weiter!

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