Renovierungskosten absetzen – so geht's


Renovierungskosten sind wie Renovierungen selbst eine unbeliebte Sache: Denn auch wenn mithilfe der Renovierung etwas Neues und Schönes geschaffen wird, so kosten Renovierungen neben Geld auch noch Zeit und Nerven. Daher wäre es doch umso schöner, wenn Renovierungskosten zumindest steuerlich geltend gemacht werden können.

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Renovierungskosten absetzen Beim Absetzen von Renovierungskosten wird zwischen selbstgenutzten Wohnungen und vermieteten Objekten unterschieden. (c) Fotolia - Birgit Reitz-Hofmann

Renovierungskosten in der selbstgenutzten Wohnung

Zunächst die schlechte Nachricht: Das deutsche Einkommensteuergesetz sieht in § 12 Nr. 1 grundsätzlich vor, dass Aufwendungen für den privaten Bereich eines Steuerpflichtigen grundsätzlich nicht steuermindernd geltend gemacht werden können. Allerdings existieren hierzu zwei Ausnahmen:

Handwerkerleistungen

Bereits vor einigen Jahren hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, dass Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen steuerlich geltend gemacht werden können. Verfolgtes Ziel des Gesetzgebers ist hierbei die Bekämpfung von Schwarzarbeit - denn die steuerliche Vergünstigung umfasst letztlich eine Ermäßigung der Einkommensteuer in Höhe von 20 % der verausgabten Lohnkosten, sodass zumindest hinsichtlich der Lohnkosten eine Neutralisierung der grundsätzlich anfallenden Umsatzsteuer in Höhe von 19 % erreicht werden kann.

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Zudem gilt es zu beachten, dass der Gesetzgeber einen Höchstbetrag von 1.200 € pro Kalenderjahr als Steuerermäßigung vorgesehen hat – dies entspricht mithin Aufwendungen in Höhe von 6.000 €. Sollten in einem Kalenderjahr Aufwendungen von über 6.000 € gezahlt worden sein, so kann sich der übersteigende Betrag steuerlich leider nicht auswirken. Bei größeren Renovierungsarbeiten kann es sich daher lohnen, die entsprechenden Arbeiten über zwei oder mehrere Kalenderjahre zu verteilen, sodass letztlich in jedem Kalenderjahr der maximale Höchstbetrag ausgeschöpft werden kann. Da die Geltendmachung des Aufwandes letztlich in dem Kalenderjahr erfolgen muss, in welchem die Bezahlung des Handwerkers erfolgt ist, kann sich insbesondere bei Renovierungsmaßnahmen um den Jahreswechsel herum die bloße Verschiebung der Zahlung auf das nachfolgende Kalenderjahr aus steuerrechtlicher Sicht lohnen.

Weiterhin gilt es zu beachten, dass grundsätzlich eine Rechnung für die Geltendmachung der Handwerkerleistungen benötigt wird und die Bezahlung des Rechnungsbetrages ausschließlich mittels Überweisung auf das Bankkonto des Handwerksunternehmens erfolgen darf. Eine Barzahlung ist daher für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung schädlich.

Zuletzt muss noch darauf hingewiesen werden, dass die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nicht in Anspruch genommen werden darf, wenn die jeweilige Maßnahme öffentlich gefördert wird – hierunter fallen insbesondere zinsverbilligte Darlehen oder entsprechende Zuschüsse.

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Außergewöhnliche Belastungen

Leider kommt es auch immer wieder einmal vor, dass Renovierungen aus ganz anderen Beweggründen durchgeführt werden müssen. Folgende Sachverhalte sind zum Beispiel bereits Gegenstand von Gerichtsverfahren gewesen:

  • Asbestsanierung der Außenfassade eines Wohnhauses (BFH-Urteil vom 09.08.2001 – III R 6/01)
  • Neuanschaffung von Mobiliar aufgrund von formaldehydbelasteten Schlafzimmermöbel (vgl. BFH-Urteil vom 23.05.2002 – III R 52/99)
  • Renovierungskosten wegen Hausstauballergie (BFH-Beschluss vom 22.12.2005 – III B 74/05)

Danach ist es grundsätzlich denkbar, dass Renovierungskosten aufgrund von außergewöhnlichen Umständen anfallen. Der Gesetzgeber hat für solche Aufwendungen ebenfalls eine Abzugsmöglichkeit als außergewöhnliche Belastung vorgesehen. Allerdings muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass ein solcher Abzug an weitergehende Voraussetzungen geknüpft ist – insoweit bedarf es hier einer individuellen Untersuchung. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.

Renovierungskosten bei Vermietungsobjekten

Neben der Renovierung von eigengenutzten Immobilien werden Renovierungsmaßnahmen regelmäßig auch an fremdvermieteten Immobilien durchgeführt. Da im Rahmen einer solchen Vermietung dem Vermieter regelmäßig Mieteinnahmen zufließen, erzielt dieser hiermit Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die für die Einkommensbesteuerung relevanten Einkünfte ermitteln sich hierbei durch Abzug der Werbungskosten von den Einnahmen – das so ermittelte Ergebnis stellt sodann die Einkünfte dar und wird im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt.

Als berücksichtigungsfähige Werbungskosten kommen hierbei grundsätzlich Renovierungskosten in Betracht. Im Rahmen der Einkünfteermittlung können die hierfür verausgabten Aufwendungen unmittelbar direkt von den Mieteinnahmen abgezogen werden – im Ergebnis wirken sich solche Renovierungskosten somit unmittelbar direkt auf die Einkommensbesteuerung aus, in dem sie letztlich die relevanten Einkünfte mindern.

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Allerdings gilt es bei Renovierungskosten, die im Zusammenhang mit Vermietungseinkünften anfallen, auch immer zu beachten, dass diesbezüglich eine Abgrenzung zu Anschaffungsnahen Herstellungskosten und Aufwendungen für Erweiterungen vorzunehmen ist. Hierdurch kann der Sofortabzug der Renovierungskosten letztlich gefährdet werden. Auch der steuerrechtliche Tatbestand der sogenannten Standard-Hebung muss insbesondere bei umfangreichen Renovierungsmaßnahmen unbedingt beachtet werden, damit diesbezüglich keine steuerlichen Nachteile entstehen. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.



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