Ausschüttung aus einer GmbH

Werden die Gewinne einer GmbH an die Gesellschafter ausgeschüttet, erzielt der Gesellschafter damit Einkünfte, die er in seiner Einkommensteuererklärung versteuern muss.

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Grundsätzlich handelt es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen, solange die GmbH-Beteiligung im Privatvermögen gehalten wird. Dem Gesellschafter wird die Ausschüttung unter Einbehalt der Abgeltungssteuer ausgezahlt. In seiner Einkommensteuererklärung kann er dann berechnen lassen, ob die Abgeltungssteuer mit 25% oder sein persönlicher Einkommensteuersatz günstiger ist. Außerdem besteht für Gesellschaftern mit mindestens 25% der Anteile bzw. mit 1% der Anteile und Tätig werden für die Gesellschaft die Möglichkeit das Teileinkünfteverfahren zu wählen. Dann sind nur 60% der Ausschüttung zu versteuern. Allerdings dann zwangsläufig mit dem persönlichen Steuersatz. Außerdem kann der Gesellschafter dann Werbungskosten zu 60% geltend machen.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Hält der Gesellschafter einer GmbH die GmbH-Anteile in seinem Einzelunternehmen, zB. weil die GmbH ihm für sein Einzelunternehmen Umsätze vermittelt und die Anteile damit Betriebsvermögen sind, führen Gewinnausschüttungen zu Einkünften aus Gewerbebetrieb. Die Einnahmen sind im Einzelunternehmen zu erfassen. Doch auch hier gelten die gleichen Regelungen, wie Abgeltungssteuer, persönlicher Steuersatz und Teileinkünfteverfahren.

Beherrschender Gesellschafter

Erhält ein beherrschender Gesellschafter, also mit Mehrheitsstimmrecht, eine Ausschüttung, gilt sie schon im Zeitpunkt der Beschlussfassung als zugeflossen. Die tatsächliche Auszahlung ist dann nicht mehr wichtig.

Auf Seiten der GmbH

Eine Gewinnausschüttung ist durch die Gesellschafterversammlung zu beschließen. Die Beschlussfassung wird auch später dem Finanzamt vorgelegt.

Die GmbH muss dann die Gewinnausschüttung wie beschlossen durchführen. Die Gesellschafter erhalten die Auszahlung unter Einbehalt der Abgeltungssteuer und des Solidaritätszuschlags. Hierüber sind Steuerbescheinigungen auszustellen. Dem für die GmbH zuständige Finanzamt ist eine Kapitalertragssteueranmeldung für den Monat der Ausschüttung einzureichen. Hierin werden die Ausschüttungen, die Abgeltungssteuer und der Solidaritätszuschlag erklärt. Zu der Kapitalertragssteueranmeldung wird eine Kopie der Beschlussfassung beigefügt. Die Abgeltungssteuer und der Solidaritätszuschlag sind dann an das Finanzamt abzuführen.

Durch die Auszahlung der Netto-Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter und die Zahlung der Steuerbeträge an das Finanzamt ergibt sich dann die Brutto-Gewinnausschüttung, die in der Beschlussfassung festgehalten wurde.

Aktuelle Artikel zu Ausschüttung & GmbH

  1. Dauerthema Pensionszusage und verdeckte Ausschüttung
    Hier entschied das Finanzgericht Münster zugunsten der Klägerin GmbH . Allgemein

Fragen zu Ausschüttung & GmbH

  1. Forum Sonderausgaben, Spenden, Thema: Kommanditeinlage - steuerl. Auswirkung
    Kommanditeinlage steuerl. Auswirkung Hallo, um eine Kommanditeinlage =echte Unternehmensbeteiligung, 10jährige Vertragsdauer, mit monatl. 1%Ausschüttung der K Einlage an einer GmbH & Co. KG mit ...
  2. Forum Einkünfte aus Kapitalvermögen, Thema: Re: Kapitaleinkünfte trotz Abgeltungsteuer angeben?
    Hallo, ich möchte mich diesem Thema gleich einmal anschließen. Ich habe im letzten Jahr aus einer GmbH Beteiligung in der ich selber arbeite eine Gewinnauschüttung erhalten. ...
  3. Forum Körperschaftsteuer, Thema: KSt 1A - Gewinnentnahme GmbH
    KSt 1A Gewinnentnahme GmbH Guten Morgen, wo muss ich denn Gewinnentnahmen/ ausschüttung in der erklärung KSt 1A einer GmbH ausweisen? Vielen Dank. ...
  4. Forum Gewinnfeststellung, Thema: Re: GmbH & Still
    Hallo Carl, ich behaupte nicht dass ich deine Frage mit Sicherheit und vollumfänglich beantworten kann, aber ich will mal versuchen dir einen Denkansatz zu liefern, ohne Garantie ...


Zur Startseite des Steuer-Ratgebers