Beteiligung und GmbH

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist ein eigenes Rechtsgebilde. Ihre Erträge unterliegen der Gewerbe- und Körperschaftsteuer und ihre Umsätze der Umsatzsteuer. Eine GmbH muss zumindest einen Gesellschafter aufweisen, der Anteile an der GmbH hält. Die Mindeststammeinlage einer GmbH beträgt 25.000 Euro. Hieran können zB. zwei Gesellschafter (oder mehr) mit jeweils 12.500 Euro beteiligt sein, oder auch in einem anderen Verhältnis. Die Gesellschafter können natürliche Personen sein oder auch eine andere GmbH. Auch kann die Beteiligung im Privatvermögen oder auch in einem Betriebsvermögen gehalten werden.

Beteiligung im Privatvermögen

Hält ein Gesellschafter einen Anteil an einer GmbH als Kapitaleinlage, ohne dass er beruflich mit der GmbH zu tun hat, hält er diesen Anteil im Privatvermögen. Erhält er Ausschüttungen, die im Verhältnis der Anteile ausgeschüttet werden, muss er diese Erträge als Einnahmen aus Kapitalvermögen versteuern. Aber auch hier gilt die Abgeltungssteuer. Hält der Gesellschafter mehr als 10% der Anteile kann er in seiner Einkommensteuererklärung zur Regelbesteuerung optieren und die Abgeltungssteuer anrechnen lassen.

Ist ein Gesellschafter zu mindestens 25% an der GmbH beteiligt oder zu mindestens 1% und beruflich für die GmbH tätig, kann er zum Teileinkünfteverfahren optieren. Dann sind 60% der Einkünfte steuerpflichtig. Dafür kann der Gesellschafter Werbungskosten zu 60% geltend machen. Veräußert der Anteilseigner seine Anteile, die zumindest 1% ausmachen, muss er die Gewinne ebenfalls versteuern. Gleichzeitig können auch negative Einkünfte berücksichtigt werden.

Beteiligung im Betriebsvermögen

Hält ein Unternehmer eine Beteiligung an einer GmbH aus beruflichen Gründen, zB. weil die GmbH ihm Aufträge beschafft, so gehört die Beteiligung in das Betriebsvermögen des Unternehmers. Dadurch gehören die Ausschüttungen dann zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb oder ggf. zu den Einkünften aus selbstständiger Arbeit. Ansonsten wird der Ertrag ebenso versteuert wie oben erläutert. Veräußerungsgewinne sind in jedem Fall zu versteuern, selbst wenn die Beteiligung weniger als 1% ausmacht.

Beteiligung einer GmbH

Hält eine GmbH eine Beteiligung, befindet sich die Beteiligung ebenfalls im Betriebsvermögen der GmbH. Ausschüttungen von einer GmbH an eine andere GmbH sind steuerfrei. Allerdings werden 5% der Ausschüttung als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben behandelt und erhöhen dadurch das zu versteuernde Einkommen der GmbH. Bei einer Ausschüttung von 1.000 Euro sind das zB. 50 Euro. Gleiches gilt für Veräußerungsgewinne.

Gesellschafter-Geschäftsführer

Häufig sind Geschäftsführer einer GmbH auch an dieser beteiligt. Sie werden dann Gesellschafter-Geschäftsführer genannt. Auf die Versteuerung der Erträge aus der Beteiligung hat dies aber nur den Einfluss, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer zum Teileinkünfteverfahren optieren kann. Das Geschäftsführergehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers gehört jedenfalls zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, auch wenn die Sozialversicherung Gesellschafter-Geschäftsführer regelmäßig als „Unternehmer“ einstuft und diese sich dann privat kranken- und rentenversichern müssen

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