Werbungskostenpauschale

Werbungskostenpauschale Die Werbungskostenpauschale (c) Fotolia - MH
Jedem Steuerpflichtigen, der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bezieht, steht eine Werbungskostenpauschale zu, die im §9a Nr. 1a des Einkommensteuergesetzes festgelegt ist. Sie betrug bisher 920 Euro, ist allerdings rückwirkend zum 01.01.2011 auf 1.000 Euro erhöht worden. Die Werbungskostenpauschale, auch "Arbeitnehmer-Pauschbetrag" genannt, wird unabhängig davon gewährt, ob dem Steuerpflichtigen tatsächliche Aufwendungen in dieser Höhe entstanden sind. Hierfür ist kein Nachweis bei der zuständigen Finanzbehörde notwendig.

Die Anwendung der Werbungskostenpauschale

War ein Steuerpflichtiger im vergangenen Kalenderjahr lediglich für wenige Tage in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt, so stehen ihm selbst dann die gesamten 1.000 Euro der Werbungskostenpauschale zu. Dies gilt gleichermaßen für den Fall, dass einem Arbeitnehmer außer den Kontoführungsgebühren und geringen Kosten für Büromaterial keinerlei sonstige Aufwendungen entstanden sind, da er beispielsweise keine Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurückzulegen hat. Werden Ehepartner gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt, wird ihnen die verdoppelte Werbungskostenpauschale in Höhe von 2.000 Euro angerechnet.

Das Übersteigen der Werbungskostenpauschale

Fallen bei einem Steuerpflichtigen hohe Kosten an, beispielsweise aufgrund von selbst übernommenen Fortbildungskosten oder Bewerbungskosten bei Arbeitslosigkeit, welche die Werbungskostenpauschale übersteigen, so werden die tatsächlich entstandenen Werbungskosten angesetzt. Hierfür wird die Finanzbehörde allerdings mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Nachweise verlangen. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden mit 30 Cent pro Kilometer der einfachen Entfernung für jeden Arbeitstag berücksichtigt, allerdings besteht in der Politik zu der Höhe des Betrages aktuell eine Auseinandersetzung, die sich auf die stark angestiegenen Preise an den Tankstellen bezieht. Ebenfalls absetzbar sind selbst getragene Kosten für Berufsmittel und Arbeitskleidung sowie der Verpflegungsmehraufwand für Dienstreisen. Erhält der Beschäftigte als Gegenleistung eine Erstattung seines Arbeitgebers, so ist diese von den Aufwendungen zu subtrahieren.

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